Rückblick: Finanzethik-Kongress 2012 in Zürich

Am 25. & 26. Oktober 2012 fand in Zürich der Finanzethik-Kongress Finethikon unter dem Titel „Vertrauen und Verantwortung im Finanzsystem“ statt. Die Veranstalter hatten sich zum Ziel gesetzt, Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen und über Modelle zu  diskutieren um das Wirtschafts- und Finanzsystem umzustrukturieren. In den Vorträgen wurde die verschiedensten Aspekte von verantwortlichem Handeln, Risikomanagement und Regulierung in der Finanzwelt diskutiert.

Einigung gab es darüber, dass es eine Veränderung des Finanzsystems braucht. Denkansätze für mögliche Lösungen wurden vorgestellt und Wünsche geäussert. Eine Bank ist dazu da, die Realwirtschaft zu unterstützen und nicht, Finanzspekulationen zu tätigen, darin waren sich viele der Redner einig.  Auch dass der ehrliche Risikodiskurs einen grösseren Stellenwert erhalten soll war eine Aussage, die auf grosse Zustimmung gestossen ist. Doch bereits das Thema Regulierung wurde kontrovers diskutiert. Während auf der einen Seite mehr Regulierung gefordert wurde,  war  für andere die Trennung von Investment Bank und des allgemeinen Bankgeschäfts, das sogenannte „Ring-fencing“, die bessere Lösung.

Zusammengefasst: Die Redner aus Wissenschaft und Forschung waren hochkarätig und gaben gute Denkanstösse. Doch gab es insgesamt zu wenig konkrete Lösungsvorschläge. Überraschend, wenn man bedenkt, dass wir bereits im 6. Jahr der Finanzkrise stecken. Hier der Link zum vollständigen Kongressprogramm.

Seitens der Öffentlichkeit wäre ein grösseres Interesse wünschenswert gewesen. Es mag daran gelegen haben, dass vielen diese Plattform nicht bekannt ist. Auch haben es die Veranstalter versäumt, via Social Media kräftiger Werbung für ihren Kongress zu machen.Vertrauen und Verantwortung in der Finanzindustrie geht uns alle an.  Eine Veränderung wird es nur geben, wenn alle sich ihrer Verantwortung bewusst werden. Wissenschaft, Wirtschaft, Finanzindustrie, Öffentlichkeit und auch die Bankkunden sollten gemeinsam an der Diskussion teilnehmen. Es braucht Diskussionen, die über die Elfenbeintürme hinaus gehen und Lösungen entwickeln.

Melanie Gajowski (@mgajowski)

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About Barbara Bohr

I teach communication and project management at a technical college. My Interests are: Text analysis, (financial) innovation for the common good.

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