Schweizer Börse braucht mehr Transparenz für die Umwelt- und Sozialziele der Unternehmen

Die Stiftung „Ethos“ hat heute mehr Transparenz an der Schweizer Börse für die nichtfinanzielle Berichterstattung der kotierten Unternehmen gefordert. Es fehlen laut der Stiftung klare Vorgaben für die Offenlegung der Unternehmensziele im Bereich der Umwelt und Sozialberichterstattung.

Nach Angaben von „Ethos“ publizieren derzeit nur 36% der kotierten Schweizer Firmen ihre direkten und indirekten Treibhausgas-Emissionen. Nur 20% der Firmen geben ihre Reduktionsziele für Emissionen bekannt. Die anderen haben entweder keine oder behandeln sie als rein interne Ziele, so dass die unterschiedlichen Anspruchsgruppen sich kein klares Bild machen können. Vor allem sozial und ökologisch bewussten Anleger fehlt die Möglichkeit, die Firmen im Vergleich zu bewerten und in ihr Portfolio zu nehmen bzw. abzustossen.

Die Schweizer Börse müsste dabei nicht bei Null anfangen. Nach dem Vorbild der internationalen Initiative der „Sustainable Stock Exchanges“ kann sie klare Regeln erlassen, die die kotierten Unternehmen zu mehr Rechenschaft in diesem Bereich der Unternehmensberichterstattung verpflichten und gleichzeitig für eine internationale Vergleichbarkeit der Daten sorgen.

Ethos hat diese Forderung im Zusammenhang mit dem UN Klimagipfel erhoben. Dort hat die Stiftung gemeinsam mit 346 anderen Investoren eine Erklärung über den Klimawandel unterzeichnet. Die unterzeichnenden Investoren verpflichten sich mit der Erklärung:

  • mit den Behörden zusammenzuarbeiten, um Massnahmen zu ergreifen, welche der Finanzierung der Umstellung auf eine karbonarme Wirtschaft förderlich sind;
  • die Möglichkeiten für Investitionen mit geringer Karbonintensität zu identifizieren und zu beurteilen;
  • die Fähigkeiten der Investoren bei der Evaluation der mit dem Klimawandel verbundenen Gefahren und Chancen weiterzuentwickeln und diese Information in die Anlageverfahren zu integrieren;
  • den Dialog mit den Aktiengesellschaften in ihren Portfolios über das Thema des Klimawandels zu fördern und
  • die ergriffenen Initiativen und erzielten Fortschritte zu veröffentlichen.

Die Ethos-Stiftung für eine nachhaltige Entwicklung vertritt als Aktionärsvertreterin 146 Pensionskassen und andere steuerbefreite Institutionen in der Schweiz.

Gerade diejenigen Vertreter der Bankenwelt, die in der Nachhaltigkeit die Zukunft des Schweizer Finanzplatzes sehen, sollten die Forderung der Stiftung und eine zügige Umsetzung aktiv unterstützen.

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