Bald geht es weiter

Nach etwas längerer Pause geht es bald weiter auf dem Blog der Vorbänker. Ich habe ein paar Wirtschaftsbücher auf dem Schreibtisch liegen, die ich demnächst hier vorstellen möchte.

Für die Pause gab es mehrere Gründe. Zum einen war ich seit Mai viel unterwegs und mit anderen Themen beschäftigt. Zum anderen hatte ich auch das Gefühl, dass es nichts wesentlich Neues zum Thema „Ethical Banking“ zu berichten gibt.

  • Auf EU-Ebene rückte das Thema der Bankenregulierung angesichts vieler anderer Krisenthemen auf die hinteren Ränge.
  • Das Thema Nachhaltigkeit im Finanzsektor ist präsent, zeigt aber kaum neue Impulse. Ich sehe wenig Sinn darin, die x-te Neuauflage diverser Strategiepapiere zu nachhaltigen Geldanlagen zu kommentieren, wenn ich nur wiederhole, was ich letztes Jahr schon geschrieben habe. Zu viel kalter Kaffee. Was ganz gut zu laufen scheint, sind die Aktivitäten zum Paris Pledge.
  • Viele Kunden schimpfen über ihre Bank und deren Gebaren im Finanzgeschäft. Nur wenige lassen dieser Kritik Taten folgen. Ich kenne keine Kampagne, keine NGO, der es in grossem Stil gelungen wäre, Bankkunden für einen kritischen Umgang mit ihrer Bank zu mobilisieren. Auch für uns Vorbänker bleibt diese Aktivierung ein schwieriges Thema. Immerhin ist der Artikel über die ethischen Schweizer Banken einer der meist gelesenen des Blogs. Interesse am Thema ist also da. Wie viele Kunden die Bank wechseln, weil sie mit der ökologischen und sozialen Performance ihrer jetzigen Bank nicht zufrieden sind, ist allerdings schwer zu sagen. Abstrakte Geldgeschäfte haben wohl nicht den besten emotionalen Hebel, um die Welt besser zu machen. Vielleicht habt ihr ein paar positive Beispiele oder Ideen, wie diese Mobilisierung gelingen könnte? Bei den Institutionellen geht doch auch immer mehr.
  • Das Niedrigzinsumfeld macht es den ethischen Banken, die vom traditionellen Spar- und Kreditgeschäft leben, nicht einfach. So musste die Alternative Bank Schweiz AG als erste Bank in der Schweiz für ihre Kunden Negativzinsen einführen. Bisher hat die Bank diese Änderung gut überstanden. Neue Kunden konnten gewonnen werden. Auch die Ertragslage  verbesserte sich, weil die Kunden ihre Gelder in Folge der Konditionenänderung in andere Anlageformen umgeschichtet haben. Die deutsche GLS Bank führt ab November 2016 aus demselben Grund höhere Gebühren sowie ab 2017 einen Grundbeitrag ein. Ich bin gespannt, wie die meist preissensiblere deutsche Kundschaft damit umgeht.
  • „Fintech“ finde ich eine sehr spannende Sache, da ich selber aus der Bankeninformatik komme. Ich verfolge die Aktivitäten, finde das Thema derzeit bei anderen noch besser aufgehoben ;).

 

Barbara Bohr (@nachrichtenlos), 02.09.2016

 

 

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About Barbara Bohr

I teach communication and project management at a technical college. My Interests are: Text analysis, (financial) innovation for the common good.

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