Versicherungslücke Atomunfall

Die Sonntagszeitung berichtet heute über eine neue Bürgerinitiative. Diese fordert, dass AKW-Betreiber vollumfänglich für die finanziellen Folgen eines Reaktorunfalls geradestehen sollen.

Obwohl die AKW-Betreiber per Gesetz verpflichtet sind, für Schäden durch einen Atomunfall aufzukommen, sind Ländereien und Gebäude nur im Promillebereich versichert. Die bisherige Versicherungssumme, so die Bürgerinitiative, reiche mitnichten aus, die entstehenden Schäden zu begleichen. Entsprechende Rückstellungen werden nicht getätigt (was für die Firmen finanziell auch kaum machbar wäre). Im Ernstfall würden die Steuerzahler gerade stehen müssen. Daher fordert sie Bürger, Gewerbler und Bauern auf, im Vorhinein eine Schuldanerkennung von den Betreibern zu verlangen.

Die Bürgerinitiative hat auf Ihrer Website Vorlagen für Schuldanerkennung und Begleitbrief zum Downloaden vorbereitet. Diese können Interessierte ausdrucken, personalisieren und per Einschreiben an die verantwortlichen Firmen Axpo, Alpiq und BKW senden.

atomunfall

Ob die Firmen tatsächlich antworten werden, ist mehr als fraglich. Damit rechnet die Initiative eher nicht. Vielmehr geht es darum, im Hinblick auf die Atomausstiegsinitiative am 27.November Aufmerksamkeit und Argumente zu gewinnen. Bei der Abstimmung dürfe nicht vergessen werden, wer letztlich finanziell für die Folgen eines GAUs aufkäme.

Gemäss Angaben der Sonntagszeitung unterstützen bisher die Kleinbauern-Vereinigung, der biodynamische Demeter-Verband und Biosuisse die Initiative. Auch eine Aargauer Wohnbaugenossenschaft hat sich angeschlossen. Unser ehemaliges Vorbänker-Mitglied Michael Baumgartner vertritt gemeinsam mit dem Ethik-Dozenten Thomas Gröbly die Initiative nach aussen.

Zwar handelt es sich nicht um ein klassisches Bankthema, aber da die Atomenergie in der Schweiz den ersten Platz unter den TopTen der Aussschlusskriterien für nachhaltige Geldanlagen einnimmt (Quelle: Nachhaltige Geldanlagen in der Schweiz, S. 10, Tabelle 3), gehört die Initiative erwähnt und unterstützt.

Hier ist der Link zum Artikel in der Sonntagszeitung (Autor P. Tischhauser).

 

Barbara Bohr (@nachrichtenlos), 09.10.2016

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