„Changed it“: Nicki Minaj und die US-Bildungsblase

Am Wochenende erklärte sich die Rapperin Nicki Minaj auf Twitter bereit, die Collegegebühren für einige ihrer Fans zu übernehmen. Dazu kam es, weil die Musikerin den Gewinnern eines internationalen Wettbewerbs öffentlich zugesichert hatte, ihnen die Flugkosten für ein Treffen mit ihr in Las Vegas zu bezahlen. Als daraufhin eine US-Studentin keck nachfragte, ob sie ihr auch die Collegegebühren zahlen würde, kam nach kurzer Bedenkzeit ein „Ja“ von Nicki Minaj, vorausgesetzt die Noten würden stimmen.

Damit trat sie eine Lawine los. Nach Angaben des Guardian sicherte die Musikerin im Laufe einer Stunde mehr als 30 Studierenden finanzielle Hilfe zu. Insgesamt soll es sich um Zusagen in Höhe von 30’000 US-Dollar handeln.

Das mag nach reiner PR-Aktion klingen, aber Nicki Minaj nehme ich es schon ab, dass sie tatsächlich ein ganz grosses Herz hat. Natürlich kann auch sie mit ihren Aktionen das strukturell bedingte Überschuldungsproblem vieler Hochschulabsolventen in den USA nicht lösen. Wer kann es sich noch ohne Kreditaufnahme leisten, jährlich 40’000 Dollar für Studiengebühren auszugeben? Zumal längst nicht mehr garantiert ist, dass der Abschluss zu einem Job verhilft, der die Schulden zurückzahlen lässt. Gut an ihrer Aktion wäre, dass überhaupt über das Problem der Studienfinanzierung wieder mehr gesprochen und möglicherweise angegangen wird. Doch genau da habe ich meine Zweifel.

Im Wahlkampf hatten sowohl Clinton als auch Trump angekündigt, sich um eine Regelung der studentischen Kredite zu kümmern. Noch vor der Wahlentscheidung letzten November habe ich einen Überblick über den studentischen Schuldenstand in den USA und die Möglichkeiten eines Erlasses dieser Kredite geschrieben. Er ist in der Moneta 04/2016 nachzulesen.

Die ersten 100 Tage der Regierung Trump zeigen eher, dass er das Problem  als niedrige Priorität einstuft. Vor allem war er mit seiner Trump University selber am profitorientierten Markt für Hochschulbildung aktiv. Und eine Staatssekretärin für Bildung wie Betty De Vos ist auch eher ein Zeichen dafür, dass die Fahrt weiter Richtung überteuerte, kreditfinanzierte Erziehung geht. Lil Wayne wird Nicki Minaj also weiterhin zurufen: „Different hoes doing the same shit“.

 

Barbara Bohr (@nachrichtenlos), 08. Mai 2017

 

 

 

 

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