Anna ist neu im Verwaltungsrat der ABS

Anna-Valentina Cenariu, Gründungsmitglied der Vorbänker und Vereinspräsidentin, ist neu im Verwaltungsrat der Alternativen Bank Schweiz. Sie wurde am letzten Freitag als Vertreterin der Mitarbeitenden für eine Amtsdauer von drei Jahren gewählt. Anna leitet bei der Bank die Fachstelle Nachhaltigkeit.

8ed3ae9d-1353-4b69-adbc-8430a17ab630
bei der Generalversammlung der ABS in Aarau

Wir gratulieren und wünschen viel Erfolg bei der neuen Aufgabe!

Barbara Bohr (@nachrichtenlos), 12. Mai 2019

Wie kommt der Wert in die Welt?

Anna und ich waren einmal wieder bei den Mikroökonomen zu Gast. Wir haben mit Marco und Ulrich das neue Buch der Ökonomin Mariana Mazzucato „Wie kommt der Wert in die Welt. Von Schöpfern und Abschöpfern“ (Campus-Verlag, 2019) besprochen. Hier geht’s zur Folge von MikroBuch005.

Image result for wie kommt der wert in die welt

In den Shownotes gibt es weitere zusätzliche Informationen. Insbesondere habe ich auch ihre interessanten wirtschaftshistorischen Ausführungen zur Entwicklung des Wertebegriffs in der Ökonomie in eine Tabelle gepackt. So wird das Ganze, meine ich, etwas übersichtlicher.

Wir freuen uns auf Eure Kommentare, entweder hier oder aber direkt bei den Mikroökonomen.

Barbara Bohr (@nachrichtenlos), 28. April 2019

Mit Finanzwissen gegen die Vorsorgelücke

Frauen verdienen meist weniger als Männer, leben aber länger, weshalb sie im Alter mehr Geld brauchen. Sie müssten sich also intensiver mit Finanzplanung auseinandersetzen, als sie dies im Alltag oft tun. Frauenspezifische Beratungsangebote wollen dieses Manko beheben. Darüber habe ich in der letzten Moneta geschrieben: https://www.moneta.ch/mit-finanzwissen-gegen-die-vorsorgeluecke   Barbara Bohr (@nachrichtenlos), 02. April 2019  

Rainer Zitelmann: «Für mich ist ’neoliberal‘ ein Ehrentitel»

Nächste Woche kommen Marco, Anna und Barbara zusammen, um das Buch „Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung“ zu besprechen. Der deutsche Historiker Rainer Zitelmann hat zahlreiche Bücher geschrieben, nicht nur zu Geschichts themen, sondern auch zu Fragen der Selbstoptimierung, der Psychologie der Superreichen und zu Fragen der Kommunikation.

Ich bin gespannt, ob Zitelmanns platte, polarisierende Thesen unsere Debatte anregen oder eher abwürgen. Vielleicht wird es unsere kürzeste Buchbesprechung.

Als Vorgeschmack schon mal ein Kurzinterview mit ihm:

😬

Hier ist der Link zur Ankündigung des Podcasts bei den Mikroökonomen.

Barbara Bohr (@nachrichtenlos), 10. Februar 2019

Das Jahr im Rückblick: Der Bankenpranger 2018

 

This time is different

Das ist der Titel von Reinharts und Rogoffs berühmtem Buch, in dem sie auf die Finanzkrisen der letzten 800 Jahre zurückblicken. In ihrem Titelspruch schwingt der Wunsch mit, dass beim nächsten Mal alles besser läuft und eine neue Krise vermieden werden kann. Wie sieht es 10 Jahre nach dem Ausbruch der letzten grossen Finanzkrise aus? Haben wir etwas gelernt? Zunächst scheint die Krise überwunden. Die Banken sind besser reguliert worden. So meinte im April SNB-Chef Thomas Jordan noch, dass „die getroffenen Regulierungsmassnahmen die Widerstandskraft unseres Bankensystems deutlich erhöht“ hätten. Es gibt mittlerweile in den USA wie auch in Europa Stresstests, um die Belastbarkeit der Banken zu überprüfen. Die europäischen Banken kränkeln zwar noch etwas; gerade die US-Banken verdienen allerdings so viel wie nie zuvor.

Bankkultur bleibt anfällig für Betrügereien

Dennoch gibt es grosse Zweifel, ob sich wirklich etwas Grundlegendes im Bankensystem geändert hat (diese Meinung gab es angesichts des Jahrestags des Krisenausbruchs zuhauf, etwa hier, hier oder hier ). Diese Zweifel teile ich, denn gerade die Organisationskultur von Banken hat sich kaum verändert. Die jetzige Regulierung mit ihren kleinteiligen Vorschriften ermuntert die Banker nur, noch schlitzohriger vorzugehen. Trotz weitreichender Regelungen umgehen sie u.a. Steuergesetze und Vorschriften zur Vermeidung von Geldwäsche. Sie basteln auch weiter an riskanten Produkten, die kaum jemand versteht.

Ein geübter Dieb
Gottfried Heinrich Geißler – Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Inv.Nr. Gei XVII/12 (Public Domain)

Ich prangere an: Bankenskandale 2018

Banken machen also weiter wie gehabt. Damit diese Schlussfolgerung nicht steil im Raum stehen bleibt, möchte ich  eine Handvoll Ereignisse aus dem Jahr 2018 als Nachweis auflisten. Diese Skandale gehören an den Pranger, denn sie zerstören das Vertrauen in die Institute wie ihre Aufseher. Sie sind mein Jahresrückblick.

  1. Der Geldwäsche-Skandal um die Danske Bank: Zunächst sah es so aus, als ob es sich nur um ein lokales Ereignis der Niederlassung in Estland handelte, doch dann weitete er sich aus. Auch die Deutsche Bank verdankte ihren Verstrickungen eine vorweihnachtliche Razzia. Es geht um über 200 Milliarden Euro.
  2. Der Trick mit Cum und Ex in Deutschland: Diese Formen des Dividendenstrippings sind zwar schon seit 2012 verboten; aber die Aufarbeitung zog in 2018 weitere Kreise. Dem deutschen Staat sind durch die Beratungstricks von Banken und spezialisierten Anwaltskanzleien vermutlich etwa 31,8 Milliarden Euro an Steuereinnahmen verloren gegangen. Zum Vergleich: Die Höhe der Kosten des Bundes in Deutschland für Flüchtlinge und Asyl beträgt mit 15,23 Milliarden Euro nicht einmal die Hälfte dieser Summe. Europaweit soll der Schaden sogar um die 55 Milliarden Euro betragen.
  3. Die „Milchbüchlein“ der UBS: Im Prozess gegen die UBS in Frankreich geht es ebenfalls um mögliche Steuerhinterziehung und Geldwäscherei. Die Schweizer Grossbank bestreitet bisher die Vorwürfe, in separaten Notizbüchern eine parallele Buchhaltung für französische Kunden geführt zu haben. Insgesamt sollen Frankreich ca. 10 Milliarden an Einnahmen entgangen sein.
  4. Kohle mit Kohle. Banken investieren weiterhin in schmutzige Kohlegeschäfte. Und dies trotz schöner Slogans für mehr Nachhaltigkeit und viel PR-Geld für den guten Ruf. Was ihre Investitionen in fossile Energien angeht, halten sich Banken gerne bedeckt. Diese Datenbank zeigt weltweit alle bekannten Investitionen in fossile Energien.
  5. Im Haifischbecken der Coins und Tokens: Viele wünschen sich neue Finanzfirmen und Investitionsmöglichkeiten. Manche glauben gar an eine Zukunft ohne Banken. Die zahlreichen ICO-Scams aus dem Jahr 2018 zeigen leider, dass neue Technologien noch keine besseren Verhaltensmuster garantieren. Wie auch, wenn sich in der Kryptobranche immer mehr Ex-Banker tummeln?

Selbstverständlich gibt es auch viele aufrichtige und gute Banker bzw. Finanzberater. Ich weiss auch noch selber gut, wie es sich anfühlte, als die UBS in Bern um Hilfe bitten musste, weil sich die Investmentbank in der Subprime-Krise verzockt hatte. Als Nachbarn und Bekannte voller Schadenfreude lästerten. Das fühlte sich nicht gut an. Ich bin überzeugt: Je eher die Verantwortungslosen zur Rechenschaft gezogen werden, desto besser können die Ehrlichen weiterarbeiten.

Dieser öffentliche Pranger ist vermutlich alles andere als vollständig. Ergänzt ihn über die Kommentarfunktion!

Barbara Bohr (@nachrichtenlos), 27. Dezember 2018

BlackRock und Microsoft bauen eine Plattform für die Altersvorsorge

Microsoft und BlackRock machen es vor. Sie spannen zusammen, damit Amerikaner  eine solide Altersvorsorge aufbauen können.

Targeted Advertising als Geschäftsmodell ist einfallslos

Oft sieht es so aus, als gäbe es für Plattform-Firmen keine andere Möglichkeit, als mit Werbung Geld zu verdienen. Noch am heutigen Sonntag kritisierte deshalb Tom Goodwin, ein Technologie-Marketeer die Branche auf Twitter:

https://platform.twitter.com/widgets.js

Er versteht nicht, warum so grosse, mächtige Firmen wie Facebook, Google, Snap oder Instagram sich darauf beschränken, Geld mit Anzeigen zu verdienen. Er hält dies für ineffizient und einfallslos. Er mokiert sich darüber, dass Plattform-Unternehmen, darunter auch Medienfirmen oder Themenportale, mit einem durchschnittlichen Jahreserlös pro Kunde von 10 Dollar zufrieden sind. Er stellt diesem Geschäftsmodell Apple entgegen, dass aufgrund höherer Produktpreise die Kunden vor Werbung verschont. Dieser Kritik zum Trotz brummt das digitale Werbegeschäft.

Microsoft und Blackrock gründen eine Vermögensberatung

Tom Goodwin sollte sich ausserdem anschauen, was Microsoft und BlackRock treiben. Da könnten sich Facebook & Co. eine Scheibe Einfallsreichtum abschneiden. Die beiden haben gerade eine neue Plattform für die digitale Vermögensberatung beschlossen. Das gemeinschaftliche Unterfangen existiert bisher nur auf dem Papier. Die Arbeitsteilung liegt allerdings auf der Hand: Microsoft sorgt für die technische Infrastruktur und BlackRock für die digitalen Inhalte. Das Wall Street Journal berichtete am 13. Dezember von diesem Joint Venture, welches auf Twitter lebhaft diskutiert wurde, z.B. bei den Twitterfreunden Wolfgang Gierls und Ralf Keuper:

https://platform.twitter.com/widgets.js

und

https://platform.twitter.com/widgets.js

Der richtige Stups für vernünftiges Verhalten?

Wenn immer mehr Menschen immer weniger für ihre Altersvorsorge tun, ist das ein gesellschaftliches Problem. Da die US-Regierung derzeit andere Prioritäten hat, haben Microsoft und BlackRock diese Initiative gestartet. Das ist notwendig. 30 Prozent der US-Amerikaner legen kein Geld zurück für die Rente. Sie sind froh, wenn ihr Paycheck bis zum Monatsende reicht.

“We are trying to nudge people a little bit towards a more active relationship with retirement,”

meint Mark McCombe, Amerika-Chef von BlackRock zur zukünftigen Strategie. Nun weiss derzeit niemand, was genau McCombe mit Nudging meint. In der Verhaltensökonomie ist mit Nudging eine Methode gemeint, die das Verhalten von Menschen beeinflusst, ohne auf Verbote und Gebote zurückzugreifen. Stattdessen wird ein ansprechendes Angebot gemacht, so dass die gute Wahl leicht fällt. Ausgangslage ist: Keiner weiss, was für ihn am besten ist. Deshalb ist es gut, wenn er (oder sie) in diese Richtung gestupst wird.

Für junge Leute ist es wenig interessant, für die Rente vorzusorgen. Es gibt so viele spannendere Dinge, für die man Geld ausgeben kann: Urlaubsreisen, ein schickes Auto, tolle Kleider. Mit Nudges schafft man es, dass sie sich auch um ihre Altersvorsorge kümmern. Nudges können ganz einfach funktionieren. Bei BlackRock und Microsoft könnten beispielsweise Apps zum Sparen anregen. Vorstellbar sind auch folgende Nudges: Ein Arbeitgeber sieht etwa standardmässig vor, dass die Mitarbeitenden mehr als gesetzlich vorgesehen in ihre Pensionskasse einzahlen. Möchte jemand weniger Absicherung, muss er sich aktiv dagegen entscheiden. Das heisst, er muss sich darüber Gedanken machen, ob er wirklich weniger sparen möchte, als es der Standard vorsieht. Das funktioniert nicht schlecht, kann aber in einer Welt der schnellen Klicks bequem und denkfaul machen. Das können die Firmen ganz in ihrem Sinne ausnutzen.

Die grösste Schattenbank aller Zeiten

Die Partnerschaft macht deutlich, dass Bank- und Anlagegeschäfte eine attraktive Einnahmequelle im Internet sind. Nur die Banken und Versicherungen haben das noch nicht so richtig gemerkt. Wenn sich die grösste Finanzfirma der Welt und der Technologiekonzern, dem immer noch die meisten Firmen-Desktops gehören, zusammentun, sollten wir aufhorchen. Auch wenn derzeit nur der US-Markt ins Visier genommen wird.

Gerade BlackRock wirkt mit seinen aktiven Engagements schon jetzt wie eine Privatpolizei für Corporates. Die kann Gutes bewirken, die kann aber auch ein Zeichen von Allmacht sein. BlackRock ist bei fast allen Grossfirmen der Welt investiert. Ohne sie läuft immer weniger am Finanzmarkt. Interessenkonflikte sind vor allem dann vorprogrammiert, sollten die Vorsorgepläne über die Arbeitgeber angeboten werden. Dort sitzen oft BlackRock-Vertreter in den Aufsichtsgremien.

Auch Microsoft sollte in dieser Partnerschaft nicht unterschätzt werden. Microsoft wirkt in der Runde der GAFAM-Firmen (= Google, Apple, Facebook, Amazon, Microsoft) vergleichsweise brav und bieder. Die Charme-Offensive der Firma gegenüber der Open-Source-Bewegung und in Designfragen lässt möglicherweise allzu schnell das alte Motto vergessen, mit dem die Firma marktbeherrschend wurde: „Embrace, extend, extinguish.

 

Barbara Bohr (@nachrichtenlos), 16. Dezember 2018

 

 

 

 

Wozu Finanzberatung für Frauen?

Frauenarmut in Deutschland

„Manchmal stehe ich am Monatsende vor dem Kühlschrank und denke, hoffentlich gibt es bald Geld. Ich muss dringend was einkaufen!“ Das sagt Susanne. Sie arbeitet hart: An fünf Tagen die Woche reinigt sie Krankenhausbetten. Bis zu 23 Betten muss sie in einer Schicht schaffen. „Ich denk‘ mir immer, man muss so arbeiten, als würde man selber in so einem Bett liegen“, motiviert sich die 48-Jährige aus Bochum.

Mit diesem Testimonial beginnt die Doku in der WDR-Mediathek über Frauenarmut. Gemäss OECD tragen in keinem anderen europäischen Mitgliedsland die Frauen so wenig zum Familieneinkommen bei wie in Deutschland.  Ihr Beitrag beträgt 22.4 %. Das hat Konsequenzen. Der eigene Lohn ist nur Zubrot. Bei einer Trennung reicht das Geld nicht mehr. Die Rentenbeiträge sind minimal. 2/3 aller Minijobber sind weiblich. Berufspausen sorgen ebenfalls für Flaute in der eigenen Kasse, auch wenn für die Familie unentgeltlich weiter geschuftet wird. Im Alter ist dann wenig übrig. Da bleibt oft nur der Weg zu Hartz IV und/oder zur Tafel.

 

Helma Sick: Warum Frauen ihr eigenes Geld haben sollen

9783466346844

Die Doku hat mich daran erinnert, dass auf meinem Stapel ungelesener Rezensionsexemplare Helma Sicks Autobiografie liegt. Warum Frauen sich mehr um ihr eigenes Geld kümmern sollen, das ist genau ihr Thema. Seit 1986 berät sie mit ihrer Münchner Firma „frau & geld“ Frauen in Finanz- und Vorsorgefragen. Über viele Jahre hatte sie eine Kolumne zu Geldfragen in der Brigitte. Gemeinsam mit der ehemaligen Bundesfrauenministerin Renate Schmid hat sie das Buch „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ veröffentlicht.

In ihrer Autobiografie „Aufgeben kam nie in Frage“ schildert sie, weshalb sie sich ihre eigene finanzielle Unabhängigkeit erkämpft hat. Sie hat sich von einer Büroassistentin ohne Ausbildung zu einer erfolgreichen Unternehmerin hochgearbeitet. Vor allem privat war das Leben nicht gerade einfach für sie – doch zu viel möchte ich nicht verraten. Manches in ihren Ausführungen klingt ungelenk. Intime und belastende Momente werden nur angedeutet. Das macht die Lektüre manchmal beschwerlich, manchmal gerade deshalb authentisch. Sie bringt ihre Energie und ihren Einsatz für mehr finanzielle Unabhängigkeit von Frauen gut rüber. Ihre Gedanken sind glasklar. Sie hat sich immer unter Kontrolle. Da schreibt jemand, der gelernt hat, sich gegen Repression zur Wehr zu setzen. Sie hat sich immer durchbeissen müssen und viel gearbeitet. „Streng dich an“ klingt als Antreiber zwischen den Zeilen durch.

Helma Sick ist vor allem auch eine aufrechte Sozialdemokratin. Ihr soziales Engagement wirkt nie wie politisches Kalkül, sondern als persönliches Bedürfnis. Das hat mich beeindruckt. So zitiert sie gegen Ende ihres Buches August Bebel mit einer Aussage von 1879:

Die Frau muss ökonomisch unabhängig sein, um es körperlich und geistig zu sein, damit sie nicht mehr von der Gnade und dem Wohlwollen des anderen Geschlechts abhängig ist.

Mit 76 Jahren ist die Münchner Unternehmerin dieses Jahr in eine Seniorenresidenz gezogen. Sie hat vorgesorgt. Sie hat alle ihre finanziellen Belange, soweit es ihr möglich ist, geregelt. Sie bleibt gleichzeitig Mitinhaberin ihrer Firma, die sie gemeinsam mit ihrer Nichte führt. Die derzeitigen gesellschaftlichen Veränderungen machen ihr Sorgen. Zu Recht, denn sie hat einige Male erfahren, wie leicht gerade Frauen diesen sozialen Backlash zu spüren bekommen.

Finanzberatung für Frauen

Zugegeben, ich kannte Helma Sick vorher nicht. Ich gehöre aus einem ganz einfachen Grund nicht zu ihrer Zielgruppe. Mir war es – so wie ihr – immer wichtig, mein eigenes Geld zu verdienen. Ich brauche ihren Rat also nicht. Ich habe auch nicht überprüft, wie gut ihre Performance als Anlageberaterin tatsächlich ist. Darum geht’s auch nicht. Sick will soziale Änderungen, nicht nur einzelne Kassen füllen.

Bisher habe ich das Thema „Finanzberatung für Frauen“ für einen Marketing-Gag gehalten. Diese Variante gibt es sicherlich auch zuhauf. Helma Sick hat mich dennoch überzeugt. Frauen sollten wissen, was ihre Entscheidungen heute für ihren Kontostand morgen bedeuten. Die Statistiken über Armut in Deutschland zeigen, dass der Nachholbedarf gross ist. Frauen sollten klüger sein als Jenny Marx und sich in Finanzfragen lieber auf sich selber verlassen:

Ich wünschte, dass mein lieber Karl mehr Zeit damit verbracht hätte, Kapital anzuhäufen statt nur darüber zu schreiben.

 

Barbara Bohr (@nachrichtenlos), 06. Dezember 2018