Der Fair Finance Guide Deutschland ist live!

Nach den Niederlanden, Belgien, Schweden, Frankreich, Japan, Brasilien und Indonesien hat nun auch Deutschland einen Fair Finance Guide. Der Fair Finance Guide Deutschland ist eine Website, die die soziale und ökologische Performance der wichtigsten Banken Deutschlands offenlegt. Die Bewertung findet dabei alleine auf öffentlich zugänglichen Dokumenten statt, in denen die Banken sich zu sozialem und ökologischem Verhalten verpflichten. Selbstverpflichtung auf Papier ist eine Sache. Zusätzlich untersuchen die Analysten eshalb, ob sie Praxisfälle der jeweiligen Banken ausfindig machen können, in denen gegen die eigenen Richtlinien verstossen wurde. Diese zusätzlichen Ergebnisse haben jedoch keinen Einfluss auf die Bewertung, die auf der Grundlage des International Fair Finance Guide vorgenommen wurde.

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Ergebnisse der Banken im Überblick, Stand: 16.03.2016

Dass GLS-Bank und Triodos-Bank die Rangliste anführen, überrascht wenig. Für sie ist Nachhaltigkeit nicht nur ein Marketingthema, sondern Kernelement des Geschäftsmodells. Dass Deutsche Bank und zwei exemplare zentrale Einheiten des Sparkassen- bzw. Genossenschaftssektors in der Praxis von dem abweichen, was sie sich intern vornehmen, mag auch wenig überraschend sein. Die Platzierung der katholischen Pax-Bank als Schlusslicht des Rankings fällt jedoch auf. Dies liegt vor allem darin, so die Analysten des FFG, weil die christliche Ethik des Unternehmens zwar omnipräsent ist, nicht aber als Grundlage für entsprechende Entscheidungen taugt. Das heisst, der Ethik-Kodex ist nicht operationalisiert worden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bank in kontroverse Unternehmen investiert oder sie finanziert, obwohl sie anderslautende ökologische und soziale Selbstverpflichtungen formuliert hat.

Leider finden Kunden, die ihr Konto bei einer regionalen Bank oder Sparkasse haben, keine direkte Bewertung ihres Instituts auf der Website. Ein Rückschluss der Bewertungen von DZ-Bank oder LBBW auf die Einschätzung der eigenen Bankverbindung erscheint nicht ganz angemessen, da diese Institute teilweise sehr spezielle Aufgaben und damit andere Geschäftsziele verfolgen. Dennoch können auch Kunden der Sparkassen und Genossenschaftsbanken die vorliegenden Bewertungen zum Anlass nehmen, sich bei ihren Banken über die Ergebnisse der jeweiligen Spitzeninstitute zu beschweren. Schliesslich gehören diese mehrheitlich den lokalen Bankorganisationen. Als Miteigentümer sollten sie im Namen ihrer Kunden die Einhaltung der Richtlinien einfordern.

Denn darum geht es den Organisatoren der Website: Bankkunden sollen aktiv werden und die Bewertung nutzen, um zu sehen, ob sie mit ihrer Bankverbindung eine gute Wahl getroffen haben. Falls nicht, können sie sich bei ihrer Bank für die Einhaltung ökologischer und sozialer Kriterien bei Geschäftsentscheidungen einsetzen. Ändert die Bank nichts, erhalten Kunden eine kleine Checkliste, wie sie ihre Bank wechseln können.

Danke an @Bankstil für den Hinweis via Twitter.

Barbara Bohr, 16.03.2016

 

 

Mit dem eigenen Geld die Welt verändern

Aus Spanien erreichen uns zurzeit viele Nachrichten, meist negative. Doch es gibt auch viele konstruktive Ansätze im Land, mit dieser gegenwärtigen Krise umzugehen. Ein Beispiel ist der junge Wirtschaftswissenschaftler Xavi Teis, der mit einem Buch zur Finanzbildung zeigt, wie wir mit unserem Geld einen positiven Einfluss auf die Werteentwicklung der Gesellschaft nehmen können. Nicht alle jungen Ökonomen wollen bei großen Banken arbeiten, auch in Spanien nicht.

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Die „Offshore“-Aktivitäten der Triodos-Bank

Das belgische Wochenblatt „Marianne“ meldet heute, dass auch die Triodos-Bank „Offshore“-Kapitalkonstrukte in Luxemburg und Panama verwaltet. Ausserdem seien  8,4 Millionen Euro in Fonds, die auf den Cayman-Islands, in Delaware und auf Mauritius domiziliert seien, investiert – alles Orte, die gemeinhin als „Steuerparadiese“ gelten. Was treibt ausgerechnet die Triodos-Bank, die eine nachhaltige Ethik zur Leitvision ihres Geschäftsmodells gemacht hat, an solche Standorte?

Die Bank wehrt sich in einer Stellungnahme gegen die Vorwürfe des Magazins, nicht besser als die anderen Banken zu sein, wenn es um Steueroptimierungstrategien geht. Triodos spricht von einer unglückseligen Vermischung von Fakten und Unwahrheiten. Steueroptimierung, so die Bank, sei nie die Motivation für die Anlage der Gelder in den entsprechenden Ländern gewesen. So erläutert sie, dass Luxemburg als Standort für SICAV-Fonds gewählt worden sei, weil das Grossherzogtum der grösste und bekannteste Finanzstandort für diese Art Fonds sei und von daher der Absatz von dort am besten möglich sei. Bei den Triodos-Fonds handelt es sich um thematische Anlagen, die den ethischen Kriterien der Bank entsprechen: erneuerbare Energien, Mikrokredite und Unternehmen, die die besten ihrer Art in Sachen Nachhaltigkeit an der Brüssler Börse sind.

Bei allen anderen Formen des finanziellen Engagements – wo Triodos nicht selber Verwalter der Vermögen ist – gebe es spezielle Gründe für die jeweilige Domizilierung: z.B. unzureichende juristische Infrastruktur in bestimmten Investitionsländern, Doppelbesteuerung oder aber auch die politische Instabilität eines Landes. Gerade für diese Fälle ist der Vorzug eines „Steuerparadieses“ plausibel: Sie sind politisch und juristisch stabil, haben einen gut ausgebauten Finanzplatz und meist eine klare, einfache Steuerregelung. Dies mag auch erklären, warum die Bank ausgerechnet in Panama ein Konstrukt gründete, in dem die Aktien des inzwischen liquidierten Mikrokredit-Instituts BANEX aus dem Nachbarland Nicaragua gehalten wurden. Nicaragua hat einen nur schwach entwickelten Bankenmarkt.

Insgesamt wirkt der Artikel also aufgebauscht. Und doch bleibt ein „Geschmäckle“, denn nach ihren eigenen Grundsätzen an transparente Kundenkommunikation hätte die Bank mit dem Thema „Engagement in Steuerparadiesen“ proaktiver umgehen müssen. Das gilt vor allem für die Gelder, die von Dritten gemanaged wurden.

Wo die Triodos Bank international aktiv ist (aus dem Geschäftsbericht 2011)

So plausibel und nachvollziehbar die Erläuterungen der Triodos-Bank auf Nachfrage nun sind, zeigen die Vorwürfe, wie schwierig es ist, sich als nachhaltiges Bankinstitut auf den internationalen Finanzmärkten aktiv zu bewegen und dabei dem Anspruch an hohe ethische Grundsätze und transparente Kommunikation immer vollständig gerecht zu werden.

Barbara Bohr (@nachrichtenlos), 20.04.2013

Zweiter Platz im Wettbewerb „Das gefährlichste Finanzprodukt Europas“

Zyniker unter uns mögen nach diesem Wochenende einwenden, dass zypriotische Kontoeinlagen das derzeit gefährlichste Finanzprodukt Europas seien. Die Ereignisse in Zypern, wo Sparer mit einem Bankguthaben unter 100.000 Euro mittels einer Einmalabgabe von 6,75% und solche mit einem Guthaben über 100.00 Euro mittels 9.9% an der Staatssanierung beteiligt werden sollen, geben dem Wettbewerb um das gefährlichste Finanzprodukt Europas eine ungeahnte Aktualität.

So unübersehbar und unkalkulierbar sind inzwischen so banale Kontoprodukte wie Kontokorrent- und Sparkonten für die Bewohner der Europäischen Union geworden, dass wir uns mit unserem Beitrag, einem Zertifikat auf einen Index, in dem die Unternehmen, die auf den Profit aus der Extraktion aus den nordamerikanischen Oil Sands zielen, vertreten sind, fast schon am exotischen Ende des Anlagespektrums bewegen. Dennoch: Unser Vorschlag im Wettbewerb um die Suche nach dem gefährlichsten Finanzprodukt Europas hat den zweiten Platz in seiner Kategorie gemacht. Deshalb möchten wir all denjenigen von euch, die ihre Stimme dem Zertifikat der RBS auf den Oil Sands Index gegeben haben, ganz herzlich danken.

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Der Vorschlag von Geld mit Sinn e.V.  – ein Fonds der Deutschen Bank, der auf Nahrungsmittelspekulation setzt – ist mit 71.4% der Online-Stimmen ein überzeugender und verdienter Sieger in der zweiten Kategorie des Wettbewerbs, in der es um Produkte, die die Umwelt, die Armen oder Dritte schädigen, ging. Der Sieger zeigt, dass nicht nur Liebe durch den Magen geht, sondern auch die Angst davor, dass Spekulanten einen Einfluss  auf die Preise von Grundnahrungsmitteln ausüben können, was vor allem ärmere Menschen trifft. Hier ist die Übersicht über die gesamte Endausscheidung.

An dieser Stelle auch nochmals herzlichen Dank an @azuleta für die Mithilfe bei der Recherche.

Barbara Bohr (@nachrichtenlos), 16.03.2013.

Online-Voting: Europa sucht das gefährlichste Finanzprodukt

Ein kleines Update zum Blogbeitrag vom 13. Februar 2013. Inzwischen hat die Jury des Wettbewerbs die Teilnehmer am Online-Voting festgelegt. Unser Vorschlag, das Zertifikat der RBS auf den Sustainable Oil Sands TR Index, hat es in die Runde der letzten Acht geschafft! Unser Produktvorschlag gehört der Kategorie 2 an. Das sind Produkte, die die Umwelt, die Armen oder […]

Sustainability Leaders 2013: Australische und brasilianische Banken auf den Medaillenrängen

Das Sustainability Yearbook 2013 ist da. Zum zehnten Mal bereits legen KPMG und RobecoSAM ihre jährliche Auswertung vor, welche Firmen aus insgesamt 58 Sektoren besonderen Wert auf eine nachhaltige Ausrichtung ihrer Geschäftsstrategie legen.

Ich habe mir natürlich den Bankensektor etwas genauer angeschaut. Am besten schneidet die Australia & New Zealand Banking Group Ltd ab. Auf den weiteren Plätzen finden sich mit der Westpac Banking Corporation und der National Australia Bank Ltd zwei weitere australische Banken. Ausgezeichnet agieren in Sachen Nachhaltigkeit auch drei brasilianische Kreditinstitute: Banco Bradesco SA, Banco do Brasil SA und die Itaú Unibanco Holding SA. Die grossen europäischen und US-amerikanischen Institute erscheinen unter ferner liefen. Einzig die  katalanische CaixaBank verdient eine besondere Erwähnung, weil sie die grösste jährliche Verbesserung vorweisen kann. Verlieren die angeblichen Marktführer aus den grossen Finanzzentren der Welt im Wettbewerb um eine nachhaltige Geschäftsausrichtung oder sind sie immer noch monetär gerade deshalb so erfolgreich, weil sie Nachhaltigkeit als „nice-to-have“ betrachten und lieber auf die kurzfristigen Erfolge schielen?

Dazu habe ich mir angeschaut, wie RobecoSAM, einer der Pioniere in der Analyse nachhaltiger Unternehmensbewertung, auf diese Ergebnisse gekommen ist. Von insgesamt 232 Firmen, die dem Bankensektor zugeordnet werden, hat RobecoSAM im letzten Jahr 114 Unternehmen bewertet, die 84% der gesamten Marktkapitalisierung des Sektors repräsentieren. RobecoSAM legt das Augenmerk auf drei Kriterienkategorien: eine ökonomische, eine ökologische und eine soziale. Bewertet wird nach einem „best-in-class“-Ansatz. Basis bildet eine Medien- und Stakeholderanalyse des jeweiligen Unternehmens.

Zu den ökonomischen Kriterien zählen (der erreichte Durchschnittswert aller bewerteten Banken liegt bei 69%, der beste Wert bei 97%):

  • Codes of conduct/ Einhaltung der Reglemente zu Korruption und Bestechung
  • Corporate Governance
  • Customer Relationship Management
  • Risiko- und Krisenmanagement

Zu den ökologischen Kriterien gehören (der erreichte Durchschnittswert aller bewerteten Banken liegt bei 54%, der beste Wert bei 93%):

  • Geschäftsrisiken und -chancen
  • Policies und Management von Risiken der Umwelt
  • Reporting der Umweltrisiken

Die sozialen Kriterien umfassen (der erreichte Durchschnittswert aller bewerteten Banken liegt bei 51%, der beste Wert bei 90%)::

  • Kontroverse Themen, ethische Dilemmata im Kreditgeschäft
  • Financial Inclusion
  • Indikatoren zu Arbeitsrecht und Menschenrechten
  • Mitarbeitergewinnung und -bindung

Die Gesamtergebnisse machen deutlich, dass angesichts der öffentlichen Schelte, die der Sektor derzeit aushalten muss, die meisten Institute derzeit am ehesten noch Wert auf ihre allgemeine Corporate Governance und Compliance legen. Das bedeutet aber auch, dass es einen Rückstau gibt, wenn es um die Berücksichtigung der ökologischen und sozialen Folgen innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette geht. Noch, so schlussfolgern auch KPMG und robecoSAM, haben die meisten Finanzfirmen noch nicht erkannt, dass z.B. Klimawandel und Ressourcenknappheit durchaus auch neue Geschäftschancen für die Banken bedeuten können. Kreditentscheidungen auf der Basis ethischer Grundsätze zu fällen und nicht nur auf der Basis monetärer Versprechungen machen eine Bank auch für ihre Kunden attraktiv. Diese Transformationsprozesse sind jedoch langfristig ausgelegt, bevor sie sich in der Firmenkultur tatsächlich niederschlagen. Es mag also sein, dass diejenigen Banken, die heute noch fette Gewinne erzielen, wie beispielsweise fast alle US-amerikanischen Banken im letzten Jahr, in Zukunft dem nachhaltigen Markt hinterherlaufen und sich dies auch im wirtschaftlichen Ergebnis niederschlagen wird.

Barbara Bohr (@nachrichtenlos), 10.02.2013.

Mit welchem Schiff wird Greenpeace gegen die Banken segeln?

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Vor einem halben Jahr lehnte sich Kumi Naidoo in Rio de Janeiro weit aus dem Fenster. In gekonnt provokanter Manier erklärte der Executive Director von Greenpeace International den Banken den verbalen Krieg. Seine Forderung an die Banken bestand darin, alle Kreditvergaben, die einen Zusammenhang mit Erdöl,Kohle, Gas und Abholzung haben, einzustellen. Beim ansonsten glanzlosen Umweltgipfel in Rio de Janeiro erkannte Greenpeace endlich, dass die ökologischen und sozialen Folgen ganzer Industriezweige nur wirksam überwacht werden können, wenn man die Finanzströme dahinter kennt und kontrolliert. Der Zeitpunkt schien günstig, stehen die Banken doch seit dem Beginn der Finanzkrise am Pranger. Doch was hat sich seit dieser Ankündigung getan?

Grosse Kampagnen im typischen Greenpeace-Stil gegen den Finanzsektor sind bisher ausgeblieben. In einer Podiumsdiskussion im Zürcher Zunfthaus zur Schmiden, die von Christian Kobler, Mitgründer und Verwaltungsratschef der Forma Futura Invest geleitet wurde, hatte Kumi Naidoo am Montag Gelegenheit, Stellung zu den Greenpeace-Aktivitäten im Finanzsektor zu beziehen. Hauptproblem, so der Greenpeace-Aktivist, sei in erster Linie die Undurchschaubarkeit der Finanzprodukte. Daher liegt seine Hauptforderung auch auf mehr Transparenz, durch die Kunden und Investoren erst in die Lage versetzt würden, Kritik zu äussern oder konkrete Änderungen bei ihrer Bank einzufordern. Er erwartet für die Bankenindustrie eine ähnliche Flut von Gerichtsverfahren, wie sie die Tabakindustrie erlebt hat. Vorläufig räumt Naidoo ein, dass der Einfluss von Greenpeace auf den Sektor nur gering sei. Auch die Verleihung des Jurypreises im Rahmen der „Public Eye Awards“ am Davoser WEF an Goldman Sachs hat zwar zu viel Publizität, jedoch nicht einmal zu einem Schulterzucken bei der Investmentbank selbst geführt. Dies wiederum ist für de Greenpeace-Chef wenig überraschend:  Naidoo erwartet keine Lösung der Probleme durch die Institutionen selber, sondern nur durch eine kritische Menge an Menschen, die eine grundlegende Transformation des Sektors einfordern. Seine Botschaft hat der ehemalige Anti-Apartheids-Kämpfer aus dem südafrikanischen Durban charmant, witzig und mit Leidenschaft bei seinem Zürcher Publikum platzieren können.

Ob sich aus seinem Appell konkrete Handlungsschritte der Zuhörer ergeben, wird sich zeigen. Denn auch im Schweizer Markt für nachhaltige Anlagen, der eine vergleichsweise gute Volumensentwicklung aufweist, bilden diese Produkte eine Luxusnische. Welche Ansätze zu alternativen Geldanlagen in der Schweiz inzwischen überhaupt möglich sind, zeigte in der Diskussion Inge Schumacher-Hummel, verantwortlich für das Business Development dieses Geschäftszweigs beim Bankhaus Kaiser Partner, auf. Allerdings sind auch diese Möglichkeiten als Babyschritte zu werten. Im Jahr 2011 sind gerade einmal 3.7% des gesamten Anlagevermögens des Schweizer Finanzmarkts in nachhaltige Finanzprodukte geflossen.

Die Gäste der Podiumsdiskussion, von links nach rechts: Christian Guggisberg, Kumi Naidoo, Christian Kobler, Inge Schumacher-Hummel und Olivia Bosshart (vom Veranstalter Kion).

Viel einfacher hatte es in der Diskussion Christian Guggisberg, Chef-Lebensmitteleinkäufer bei der Coop. Was durch den eigenen Magen geht, wird von den Konsumenten wesentlich kritischer verfolgt und hat bei Coop zu einem breiten Angebot nachhaltiger Produkte geführt, die drei Schwerpunkte haben: biologisch produzierte Waren, Fair Trade und artgerechte Tierhaltung. Gleichzeitig versucht Coop das Angebot auch aktiv in diese Richtung zu beeinflussen. Dies tut Coop sicherlich auch, weil dieses eher hochpreisigem Segment die bessere Marge bringt. Man darf aber auch nicht vergessen, dass nachhaltig eben nur ist, was neben dem ökologischen und sozialen Effekt auch wirtschaftlich sinnvoll ist.

Während inzwischen viele Konsumenten bei Lebensmitteln bereit sind, auf die Herkunft der Erzeugnisse zu achten, klafft weiterhin eine grosse Wissenslücke, wenn es um Bankprodukte geht. Abstrakt wirkende Finanzströme und ihre Folgen auf Umwelt und Menschen für die Konsumenten wahrnehmbar und verständlich zu machen, bleibt eine grosse Herausforderung. Da müssen sich die Campaigner bei Greenpeace noch etwas einfallen lassen. Noch ist nur wenigen klar, dass Greenpeace-Kampagnen gegen Erdölbohrungen in der Arktis oder Abholzungen des tropischen Regenwaldes immer auch Kampagnen gegen die Banken sind, die diese Unterfangen finanzieren.

Barbara Bohr (@nachrichtenlos), 29.01.2013. Die Autorin nahm auf Einladung von Greenpeace Schweiz an dem Event teil. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von Kion und Greenpeace Schweiz durchgeführt.