Kryptowährungen und Blockchain für die Sozialwirtschaft

Die Londoner Firma Everledger verwaltet inzwischen mehr als anderthalb Millionen Diamanten auf ihrem Blockchain Ledger, d.h. für jeden echten Diamanten gibt es einen digitalen Zwilling, der genaue Angaben über Karatzahl, die Farbe, Zertifikate und Herkunft des Edelsteins enthält. Damit wird die Lieferkette fälschungssicher transparent gemacht. Wer einen Trauring mit einem Diamantensplitter aus dem Everledger gekauft hat, kann sicher gehen, dass er keinen Blutdiamanten  am Finger trägt. Das ist nicht nur ein Luxusproblem, denn wer kann sich schon Diamanten leisten? Eine transparente Lieferkette dieser Konfliktrohstoffe kann nicht direkt Menschenrechtsverletzungen verhindern, aber sie hilft, solche Händler auszuschliessen, die diese Transparenz nicht leisten wollen. Everledger ist  ein erfolgreiches Beispiel für den sozial sinnvollen Einsatz der Blockchain-Technologie.

Die beiden Berater David Lehr & Paul Lamb haben in der aktuellen Ausgabe der Stanford Social Innovation Review  mehrere Einsatzbereiche der Sozialwirtschaft aufgelistet, in denen Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie so genutzt werden, dass sie eine positive soziale Wirkung erzielen. Dazu zählen sie:

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Warum wir keine Steuerparadiese brauchen

Wenn berühmte Leute dabei erwischt werden, dass sie Einkommen und Vermögen nicht richtig versteuern, hören wir für einen Moment zu. Wenn Messi vor Gericht muss, weil er bei der Steuererklärung einen Teil seiner Einkünfte vergass; dann macht ihn das fast menschlich. Schadenfreude kommt auf, wenn am Morgen die Villa eines vermögenden Vorstandsmitglieds durchsucht wird. Alle sind entrüstet, wenn Amazon angesichts florierender Umsätze so wenig Steuern in Deutschland zahlt. Und natürlich regen wir uns alle über die korrupte FIFA auf, die trotz hoher Gewinne überhaupt gar keine Steuern zahlen muss. Die Geschichten verschwinden jedoch schnell aus den Schlagzeilen, ohne dass sich etwas an den Ursachen dieser Steuervergehen ändern würde.

Die Steuergerechtigkeit weltweit zu erhöhen ist dagegen ein langfristig angelegtes und oft mühseliges Unterfangen. Die Radiojournalistin Naomi Fowler hat sich dieses Thema seit 2012 auf die Fahnen geschrieben. Sie publiziert im Auftrag der unabhängigen NGO Tax Justice Network monatlich den Taxcast, in dem sie über aktuelle, aber auch grundsätzliche Fragestellungen der aktuellen Steuergesetzgebungen informiert. Ihr Ziel ist es, einen Beitrag zu leisten, um die Transparenz über internationale Geldflüsse zu erhöhen und somit auf Ungerechtigkeiten in der Verteilung der Steuerlast aufmerksam zu machen. Naomi versteht den Taxcast als Aufklärungskampagne, damit auch „gewöhnliche“ Steuerzahlende verstehen, wie Unternehmen und Vermögende das Steuerrecht zu ihren Gunsten verbiegen oder umgehen. Letztlich sind sie es, die die finanziellen Lücken der öffentlichen Haushalte, die durch die Steuerhinterziehung entstehen, mit ihren eigenen Steuern und Abgaben ausgleichen oder aber auf staatliche Leistungen verzichten müssen. Wer systematisch Steuern hinterzieht, trägt auch Verantwortung dafür, wenn sein Staat immer mehr Schulden aufnehmen muss. Vielleicht liegt es am Medium Radio, vielleicht ist es die persönliche Motivation: Sie schafft es, mit ihren Beiträgen ein trockenes und abstraktes Thema informativ und verständlich zu präsentieren. Ich habe mit ihr gesprochen, um mehr über ihre Arbeit zu erfahren.

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Die Vorbänker – Vordenker – thinking ethical finance, hands-on

Gestartet als Arbeitsgruppe „Ethical Finance“ am  Hub Zurich, haben wir uns inzwischen zu einem gemeinnützigen Verein im Sinne der Art. 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches gemausert. Die „Vorbänker“ verstehen sich als eine offene Plattform für Menschen, die sich für den Aufbau einer nachhaltigen Finanzwirtschaft im Dienste der Gesellschaft und Umwelt stark machen. Wir verstehen uns als Vermittler zwischen Banken und ihren Kunden, um ökologische und soziale Nachhaltigkeitskriterien in der Finanzindustrie zum Standard zu machen.

Was machen wir konkret?

  • Gemeinsam mit Kollegen aus den Niederlanden arbeiten wir an einem Webprojekt, das es Bankkunden erlaubt, ihre Bank hinsichtlich wichtiger internationaler Nachhaltigkeitsstandards  mit anderen Banken zu vergleichen. Diese Vergleichsmöglichkeit möchten wir bald auch Bankkunden im deutschsprachigen Raum anbieten.
  • Wir möchten durch gezielte Medienarbeit das öffentliche Wissen über die Einflussmöglichkeiten der Finanzbranche auf eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung auf breitere Beine stellen.
  • Es ist unser Ziel, dass die international gültigen Kriterien im Sinne des Drei-Säulen-Modells nachhaltiger Entwicklung zum Standardreporting der Banken werden, und so die Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen der Finanzwelt für Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre transparenter werden. Dazu sind wir im Austausch mit NGO’s, Politik, Universitätsinstituten und Vertretern der Finanzwelt.

Sollten euch diese Ziele ansprechen, freuen wir uns über euer Interesse, eure Mitarbeit, eure Ideen. Ihr findet uns auf Twitter oder per Email.